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Das Burghardt-Gymnasium Buchen (BGB) ist ein allgemeinbildendes Gymnasium mit naturwissenschaftlichem Profil, sprachlichem Profil und Sportprofil, auf dem etwa 1000 Schülerinnen und Schüler von etwa 80 Lehrerinnen und Lehrern unterrichtet werden. Das BGB ist eines der 44 Gymnasien im Land Baden-Württemberg, an dem man das Abitur wahlweise in acht oder neun Jahren ablegen kann.

 

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Umbau und Sanierungsmaßnahmen

Der Gemeinderat der Stadt Buchen hat in der Sitzung vom 8. Februar 2018 beschlossen, am BGB umfangreiche Erweiterungs-, Umbau- und Sanierungsmaßnahmen in einem Volumen von ca. 17 Mio € durchzuführen. Die Planungen liegen in den Händen des Architektur-Büros Kilian und Partner (Stuttgart). Baubeginn ist März 2019, erste Maßnahmen starteten in den Herbstferien 2018. Die Maßnahme wird 2022 abgeschlossen sein.

 

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Die Jubel-AG des Burghardt-Gymnasiums entdeckt bei einer Recherche-Fahrt in Budapest das Grab des großen Wohltäters

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Ende März begleitete die Jubiläums-AG des Burghardt-Gymnasiums, kurz Jubel-AG genannt, den Seminarkurs Europa auf seiner Reise nach Budapest. Ziel war es, die in Buchen begonnenen Recherchen zu Dr. Franz Burghardt vor Ort mit Leben zu füllen. Dass man dabei einen so sensationellen Fund machen würde, erwartete niemand. Herr Kohler, der Buchener Stadtarchivar, und Frau Fischer, die Tochter des Heimatforschers und Gymnasialprofessors Helmut Brosch, hatten der Gruppe umfangreiches Archiv-, Forschungs- und Bildmaterial von Helmut Brosch, der ja bekanntlich viel über Burghardt forschte und nach der Wende auch zweimal nach Budapest gereist war, zur Verfügung gestellt. Diese Unterlagen hatte die Gruppe vor der Reise durchforstet und dabei wichtige Hinweise erhalten.


Dr. Franz Burghardt war ein außergewöhnlich begabter und für das Gemeinwohl engagierter Mann, der sich gleichermaßen für seine Geburtsstadt Buchen wie für seine neue Heimat Pest, später Budapest, einsetzte. Seinen Beruf als Arzt übte er aus unterschiedlichen Gründen nicht mehr aus. Stattdessen kaufte und verkaufte er sehr erfolgreich Immobilien bzw. Grund-stücke, die er bebauen ließ, und bewies hier immer wieder einen besonderen Spürsinn. Als Mitglied des Pester Gemeinderats übernahm er viele ehrenamt-liche Tätigkeiten - u.a. war er Inspektor des St.-Rochus-Krankenhauses, an dem während Burghardts Amtszeit auch der bekannte Arzt Dr. Semmelweis praktizierte.

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Unter Burghardts Leitung wurde das Krankenhaus mehrfach erweitert und "auf Vordermann" gebracht, Missstände und Misswirtschaft wurden beseitigt. Burghardt kaufte umliegende Grundstücke, um die Erweiterung des Krankenhauses zu ermöglichen. Und auch bei dieser Tätigkeit bewies er eine große Verbundenheit zu seiner Heimatstadt: Er ließ schwer erkrankte Buchener im Krankenhaus aufnehmen und kam für die entstehenden Kosten auf.
Mehrere Schulen erhielten mit seiner Hilfe Neubauten bzw. wurden neu gegründet. Als Beispiel soll die Oberrealschule dienen, heute eines der besten Gymnasien der Stadt, deren Schulaufseher er war. Burghardt ermöglichte, dass an dieser Schule Ungarisch als ordentliches Lehrfach eingeführt wurde -ein Beispiel für seine Weitsicht und Toleranz in der damaligen Zeit des Umbruchs. Burghardt startete Spendenaufrufe für den Bau eines Schulgebäudes in der ärmeren Franzstadt, erhielt aufgrund seiner guten Vernetzung auch immer wieder kostenloses Baumaterial und war vor allem daran interessiert, gerade Kindern aus unterprivilegierten Familien ein gute Schulbildung zu ermöglichen - so wie sie ihm einst ermöglicht worden war. Auch wird von einem großen Kinderfest berichtet, dass er ausrichtete. In seinem Testament finden sich darüber hinaus größere Zuwendungen für Obdachlose und Findelkinder in Budapest.

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Sowohl der Kaiser als auch die Stadt Budapest ehrten ihn für seine herausra-genden ehrenamtlichen Leistungen. Aber auch Prinzregent Friedrich von Baden kam nicht an ihm vorbei. Während eines Besuches in Wien gewährte er Burghardt eine Audienz. Dieser wurde vorstellig, um ihn auf die Not der Menschen in seiner Heimatstadt Buchen aufmerksam zu machen. Der Prinzregent erlaubte Burghardt, seinem geplanten Armenfond in Buchen den Namen des verstorbenen Großherzogs Leopold geben zu dürfen.
Im Odenwälder Boten vom 5. Dezember 1852 wird aus einem Brief Burghardts zitiert, der sein Anliegen deutlich macht und in dem er auch an einen weiteren großen Buchener, nämlich Konrad Koch, genannt Wimpina, erinnert :" (…)den Erwerbsunfähigen mit dem Nöthigen zu versorgen, dagegen das Laster des Bettels, vorzüglich der Jugend mit all seinen traurigen Folgen auszurotten und aus letzterer möglichst taugliche, ja vielleicht segensreiche Mitmenschen zu machen! Welch' ein schöner Zweck, wer mag sich hier vom Mitwirken ausgeschlossen wissen, wo es gilt, die dem Laster mit all seinen traurigen Folgen bereits gewidmete Jugend dem sicheren Verderben zu entziehen! Wie schön und edel erscheint uns das Beispiel des seligen Dr. Koch! Nach mehr als 300 Jahren segnen wir sein Andenken und edles Wirken! Diese Beispiele sind leider selten geworden, und es ist wahrlich an der Zeit, unsere Kräfte nützlicheren Dingen zuzuwenden als bisher geschehen, und unsere Pflicht, den verdorbenen Herzen eine andere Richtung zu zeigen."
Die Buchener rief er dazu auf, es ihm gleichzutun - und viel Bürger folgten diesem Aufruf!
Der Spitalfond, der ebenfalls von ihm errichtete Gymnasialfond als wichtiger Beitrag zur späteren Gründung des Realprogymnasiums und seine Spende zur Errichtung einer Gewerbeschule, um das Handwerk gegen die aufkommende Industrialisierung zu stärken, sind weitere Beispiele seines herausragenden Engagements für Buchen und seine Bürger.
Doch weshalb setzte sich Burghardt so für seine Heimatstadt ein? Es selbst hatte erfahren, was es bedeutet, im Leben eine Chance zu erhalten. Er stammte aus ärmlichsten Verhältnissen und hätte wohl ein armseliges Leben fristen müssen – wäre da nicht der Kaplan gewesen, der im Gegensatz zum Pfarrer nicht der Meinung war, der kleine Franz solle eben Gänse hüten. Er gab dem überaus begabten Jungen Lateinunterricht und brachte ihn 3 Jahre später an das nächstgelegene Gymnasium in Tauberbischofsheim. So wurde sein weiterer Werdegang erst möglich.
Ziel der Reise der Jubel-AG war es gewesen, auf Burghardts Spuren möglichst viele Orte zu finden, die von seiner Arbeit zeugen. Es war der Gruppe auch wichtig, den Friedhof zu besuchen, auf dem Burghardt seine letzte Ruhestätte gefunden hatte. In einem Briefwechsel zwischen Herrn Brosch und einem Abteilungsleiter des Stadtarchivs war deutlich gemacht worden, dass das Grab von Dr. Burghardt nicht mehr existiert. Es gäbe auch keinerlei Hinweise zu Burghardts Mutter Agnes und zu seinen beiden Ehefrauen Maria Mack und Anna Maria Gerschlag und deren Verwandten. Dennoch wollte man zumindest den Friedhof ermitteln.

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Und hier kommt nun der Deutschkollege des Alternatív Közgazdasági Gimnáziums Budapest, der Austauschschule des Burghardt-Gymnasiums, Gábor Széles ins Spiel. Er ist derjenige, der für die Gruppe in Budapest recherchiert. Herrn Széles gelang es nach mehreren Versuchen, diesen Friedhof zu ermitteln - und darüber hinaus die Grabstätte Burghardts! Eine wirkliche Sensation! Fast auf den Tag genau 129 Jahre nach seiner Beerdigung, die am 28. März 1890 stattfand! Nun ist auch das Rätsel des Verbleibs seiner beiden Ehefrauen und seiner Mutter Agnes gelöst, die er im Alter wohl zu sich nach Budapest geholt hatte. Es fand sich am Grab kein Hinweis auf Burghardt selbst, was auch der Verwitterung geschuldet sein kann. Die Friedhofsverwaltung hat aber bereits bestätigt, dass es sich um Burghardts Grab handelt.
Wie das Bild zeigt, handelt es sich um eine sehr imposante Grabstätte mit Bestandsgarantie. Dies verdeutlicht eindrücklich die Bedeutung Burghardts für die Stadt Budapest. Allerdings wird die Grabstätte nicht instandgehalten und verfällt langsam. Es wäre ein schönes und wichtiges Zeichen, wenn es gelingen könnte, Burghardts Grab zu restaurieren und damit zu erhalten. Was liegt näher, als ihm, dem heimatverbundenen Europäer, auf diese Weise eindrucksvoll den Dank seiner Heimatstadt zu erweisen.

Die Jubel-AG-Teilnehmer sind:
Moritz Lehrer, Viktoria Philipp, Penelope Lampe, Franziska Früh
Lehrerin: Stefanie Lehrer

Autorin: Stefanie Lehrer
Bilder: Stefanie Lehrer (2), Gabor Széles (19)

Hinweis zu den Bildern:
1) Bild 1: BGB Jubiläums-AG vor Grabmal von Dr. Burghardt
v.l.: Stefanie Lehrer, Moritz Lehrer, Viktoria Philipp, Penelope Lampe, Franziska Früh

2) Bild 2: Inschrift auf Grabmal:
Agnes Burghardt, geb. Scheuermann, Mutter von Franz Burghardt
Marie Burghardt, Ehefrau von Franz Burghardt

3) Bild 3: BGB Jubiläums-AG vor Grabmal von Dr. Burghardt
v.l.: Stefanie Lehrer, Moritz Lehrer, Viktoria Philipp, Penelope Lampe, Franziska Früh

4) Bild 4: Das Grabmal von Dr. Franz Burghardt

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