Stufe 10 des BGB erlebte im Rahmen des Compassion-Projekts den Demenzsimulator „Hands on Dementia“
Nachdem die Stufe 10 schon im Rahmen des „Filmfestivals der Generationen“ in Kooperation mit der Stadt Buchen durch den Film „Vergiss mein nicht“ an das Thema „Demenz“ herangeführt worden war und Gelegenheit hatte, Fragen an den Experten Herrn Weidner vom Arbeitskreis Gerontopsychiatrie & SAPV NOK e.V zu stellen, war der Besuch der interaktiven Ausstellung „Hands-on Dementia“ eine weitere wichtige Erfahrung.
Bevor einige Schüler*innenstimmen zu Wort kommen, ein herzliches Dankeschön an den Arbeitskreis Gerontopsychiatrie, an die Stadt Buchen und an die HWS, die den Ausstellungsraum für uns zur Verfügung stellte.
„Wir, die Stufe 10 des BGB, hatten das Privileg, die Ausstellung „Hands-on Dementia“ zu besuchen. Die Ausstellung besteht aus 13 Stationen, welche den Alltag von Demenz-Kranken simulieren soll. Dabei wurden wir Schüler*innen an unsere Geduldsgrenze gebracht. Die Stationen reichen von dem Zuknüpfen eines Hemdes mit viel zu großen Gartenhandschuhen bis zum Merken von Einkaufspreisen. Dadurch erhascht man einen Einblick, wie sich der Verlust von Feinmotorik und Gedächtnis anfühlt. Besonders auffallend war das Ansteigen der eigenen Frustration. Von Station zu Station wird man hektischer und genervter. Obwohl man selbst vielleicht sogar länger für eine Station gebraucht hat, konnte man kaum noch ertragen, zusätzlich noch einmal auf seine*n Partner*in zu warten. Wir können diese Ausstellung wirklich für jede*n empfehlen, denn erst so kann man immerhin ansatzweise nachvollziehen, wie schwer der Alltag von Demenz-Kranken ist und mit wie vielen Barrieren diese konfrontiert werden. Hoffentlich lernt jede*r daraus, das nächste Mal etwas geduldiger mit älteren Menschen umzugehen, falls etwas nicht gleich so gut funktioniert wie bei einem selbst.“ (Sophie und Xenia-Constanze )
„…Das Alltagsleben wird aus der Sicht von Demenzerkrankten gezeigt. Dies soll dabei helfen, sich in sie hineinzuversetzen und Vorurteile abzubauen. An den Stationen erlebt man, wie sich jemand fühlen muss, wenn er es nicht schafft, mit Messer und Gabel zu essen oder sich im Straßenverkehr zurecht zu finden. Sogar das Anziehen bereitet Probleme. Dadurch bekommt man einen Einblick in den herausfordernden Alltag dieser Menschen. Ich finde die Ausstellung sehr gut, da man merkt, wie deprimierend es für Demenzerkrankte sein muss, so viel mehr Zeit für einfachste Dinge zu brauchen als Gesunde. Man merkt, dass es nichts bringt zu meckern, wenn es jemand nicht schafft, sondern dass man sich besser überlegen sollte, wie man in der Situation am besten helfen kann…“ (Haley)
„Demenz: Jeder kennt diesen Begriff, doch was versteht man eigentlich darunter?
Manche würden sagen, man vergisst eben so manches, andere würden sagen: man vergisst z.B., wer die Person ist, mit der man gerade spricht oder wie alt man ist. Das alles bekommt man immer mal wieder über das Thema Demenz mit. Doch das Schlimmste an der Sache ist, dass niemand bemerkt, dass trotz aller Vergesslichkeit das Herz und die Gefühle noch vorhanden sind. Sie können nur nicht mehr richtig ausgedrückt werden, da der Kopf in seiner eigenen Welt ist.
Am 17.Januar waren wir, die evangelische Religionsklasse von Frau Göhrig-Müller, im Rathaus in Buchen und besuchten die öffentliche Ausstellung zum Thema Demenz.
Dort konnten wir in Zweier-Gruppen 13 unterschiedliche Stationen absolvieren, bei denen wir lernen konnten, wie sich das Leben mit Demenz anfühlt. Egal ob Auto fahren, kochen oder essen, alles fühlte sich merkwürdig und fremd an, so als ob man es nicht kennen würde.
An jeder Station gab es neue Dinge zu entdecken und neue Erfahrungen zu machen. Wir waren alle ziemlich geschockt, wie schwierig es sein muss, mit Demenz zu leben. Die einfachsten Alltagsaufgaben funktionieren nicht mehr. Das muss deprimierend und traurig sein.
Als unsere Klassenkameraden dann am 07.02.2023 auch die Ausstellung besuchten und wir sie danach fragten, wie sie die Ausstellung fanden, bekamen wir von allen Aussagen, die sich mit unseren ähnelten. Sie waren sehr überwältigt, wie sich das Leben anfühlt mit Demenz. Einige
meinten auch, dass sie die vielen Erfahrung und die Eindrücke sehr zum Nachdenken brachten.
Anschließend auch einen großen Dank an Frau Göhrig-Müller, dass sie es uns allen ermöglicht hat diese Ausstellung zu besuchen.“ (Max und Gruppe)
„…Die meisten Stationen habe ich mir einfacher vorgestellt als sie tatsächlich waren. Es war sehr schwer nicht aufzugeben, wenn etwas immer wieder nicht funktioniert hat. Aber genauso müssen sich auch Demenkranke in ihrem Alltag fühlen, wenn sie einfach Sachen wie Sich-Anziehen nicht mehr alleine hinbekommen. Durch diese Stationen habe ich erkannt, welche Herausforderungen Demenzkranke im Alltag bewältigen müssen und kann nun die Gefühle der Erkrankten besser nachvollziehen.“ (Benjamin)
Texte: Frau Göhrig-Müller und Schüler*innen der ev. Religionsklasse 10acd
Bilder: Frau Göhrig-Müller
https://www.bgbuchen.de/aktuelles/aktuelles/eine-erfahrung-die-uns-zur-verzweiflung-und-zum-nachdenken-gebracht-hat.html#sigProId10d7b7eb92



