Abschluss des Umbaus, Schuljubiläum und Anerkennung als Unesco-Projektschule wurde am Burghardt-Gymnasium groß gefeiert
Wenn ein mehr als zweieinhalbstündiger Festakt zu keiner Sekunde als langweilig oder zäh empfunden wird, dann haben die Programmgestalter alles richtig gemacht – so wie am Samstagvormittag im Atrium des Burghardt-Gymnasiums: Erfrischende Reden wechselten sich ab mit packenden musikalischen Beiträgen, und das Ganze wurde garniert mit kreativen Filmbeiträgen und gelungenen Fotoeinblendungen. Im Beisein zahlreicher Gäste aus Politik und Gesellschaft – darunter Bundesgesundheitsministerin Nina Warken und der baden-württembergische Minister für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk – wurden gleich drei Ereignisse festlich begangen: der Abschluss des Schulumbaus nach sechsjähriger Bauzeit, das Jubiläum „180 Jahre BGB“ und die Anerkennung als eine von weltweit 11 500 Unesco-Projektschulen.
Ein „Quantensprung für das BGB“
Der stimmgewaltige BGB-Chor eröffnete das Programm mit dem Lied „Glaubst du“ von „Provinz“, ehe Bürgermeister Roland Burger auf die „größte Baustelle, die Buchen je gestemmt hat“ zurückblickte (die RNZ berichtete ausführlich). Eine chronische Raumnot durch steigende Schülerzahlen und ein hoher Sanierungsbedarf der zwischen 1958 und 1973 errichteten Gebäude seien ausschlaggebend für das Großprojekt gewesen. Nach sechs Jahren mit Höhen und Tiefen gebe es nun einen glücklichen Abschluss. Das Ergebnis sei ein „Quantensprung für das BGB“. Von den 33 Millionen Euro Baukosten trage die Stadt 20 Millionen selbst. Die deutlichen Kostensteigerungen gegenüber der ursprünglichen Planung seien durch Corona, Preisexplosionen am Bau und Auftragserweiterungen zu erklären: „Bei einem Umbau gibt es immer Überraschungen in der Substanz.“
Ein Tablet für den Steuermann
Wie nach ihm auch die weiteren Redner richtete der Bürgermeister Dankesworte an alle Beteiligten – angefangen beim Gemeinderat über Architekt, Handwerker, Bauleiter bis hin zu Schulleiter Jochen Schwab und Stellvertreter Achim Wawatschek: „Sie haben für Ihre Schule gekämpft, und gemeinsam haben wir immer eine gute Lösung gefunden!“ Statt eines Schlüssels überreichte Burger ein Steuerungstablet an Jochen Schwab, damit er das BGB – eine „Schule mit Haltung, Herz und Visionen“ – als Steuermann weiterhin sicher durch die bewegte Bildungslandschaft führen könne.
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Modernen Lernort geschaffen
Spannende Einblicke in die Bauzeit ermöglichte ein Filmbeitrag der Kunst-AG unter Leitung von Balazs Nemethy. Architekt Prof. Hans-Ulrich Kilian (Stuttgart) blickte anschließend in Worten auf das „herausfordernde Projekt“ zurück. Aus Hiobsbotschaften wie der, dass Trakt II wegen schlechter Bausubstanz nicht zu halten sei, hätten sich Glücksfälle wie der neue dreistöckige Südflügel ergeben. Insgesamt sei ein Lehr- und Lernort geschaffen worden, der seinem Namen gerecht werde. „Wir haben nun eine moderne Schule auf optimalem Stand“, betonte Schulleiter Jochen Schwab, „und sind fit für die Herausforderungen der Zukunft.“ Auch er dankte allen Beteiligten, besonders aber den aktuell 1075 Schülern und 90 Lehrern sowie den Fördervereinen, die alle toll mitgezogen hätten: „Es war eine echte Gemeinschaftsleistung!“
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Für Frieden und Nachhaltigkeit
Was sich mit Musiknoten alles ausdrücken lässt, zeigte die mit Fotos unterlegte Aufführung der von Wolf-Dieter Langisch komponierten BGB-Hymne durch das Sinfonieorchester der Schule. Beeindruckend! Gleiches gilt für die von den Lehrerinnen Katharina Kleiser und Michelle Schwingel dargebotene Präsentation zur Anerkennung als Unesco-Projektschule. Das Ziel, eine Kultur des Friedens und eine nachhaltige Entwicklung zu fördern, werde schon jetzt an der Schule auf vielfältige Weise verfolgt: in Arbeitsgemeinschaften und Projekten, beim Schüleraustausch oder ganz aktuell in der neuen Indoorfarm. „Es ist fantastisch zu sehen, was hier geleistet wird“, kommentierte Klaus Schilling, Bundeskoordinator der Unesco-Projektschulen, die Präsentation. Er charakterisierte das BGB als wache und handlungsstarke Schule, in der der Geist der Zusammengehörigkeit spürbar werde. Ein großes Kompliment richtete er an Jochen Schwab und dessen Team für die 2022 gezeigte Bereitschaft, ukrainischen Schülern eine Auszeit zu ermöglichen.
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„Das BGB vermittelt Werte“
„Es ist großartig, was hier entstanden ist“, lobte Bundesgesundheitsministerin Nina Warken. Das Gebäudeensemble sei funktional und identitätsstiftend zugleich. „Das BGB vermittelt nicht nur Wissen, sondern auch Werte, und das ist heute wichtiger denn je“, so Warken. Minister Peter Hauk sah im neuen BGB das „perfekte Gebäude für eine lebendige Schulgemeinschaft“. Die Schulleitung habe während des Umbaus organisatorische Höchstleistungen erbracht. Sein Dank galt auch den begeisterungsfähigen Lehrern, für die ihr Beruf Berufung sei.
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„Bewahre Geduld Buchen“
Dr. Jutta Weber vom Unesco-Geopark Bergstraße-Odenwald erinnerte an die Gründung der Geopark-AG 2004 und den damaligen Motor des Projekts, einen Lehrer namens Jochen Schwab. Die Kooperation werde vielfach mit Leben erfüllt und gipfele nun in der Anerkennung als Unesco-Projektschule. Dr. Dirk Laier, der Vorsitzende des Elternbeirats, blickte humorvoll auf die Bauzeit zurück. Statt schnöder Trakte verfüge das BGB nun über Flügel – wie ein Schloss. Bis es so weit war, mussten aber auch Rückschläge wie der Einsturz einer Rohbaudecke verkraftet werden. Statt „Buchens größte Baustelle“ wäre deshalb das Schlagwort „Bewahre Geduld Buchen“ treffender gewesen.
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„Wir könnten nicht dankbarer sein“
Aber wie kommt der Umbau eigentlich bei denen an, für die er gemacht wurde? Das beantworteten am Ende die vier Schülersprecher Luca Grimm, Oli Linke, Xenia Linker und Luis Svoboda: „Wir könnten nicht dankbarer sein, und wir sind froh, dass wir die vielen Neuerungen und Vorzüge am Ende unserer Schulzeit schon genießen konnten.“ Die Einschränkungen wie Baulärm und Auslagerung von Klassenräumen seien schnell von den Verbesserungen überlagert worden. Auch wenn vieles neu sei, so habe sich die Schule ihren Charakter doch bewahrt: „Das BGB ist ein Ort, an den wir immer gerne zurückkehren werden.“
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Text: Rüdiger Busch (RNZ)
Bilder: Herr Kirchgeßner, Herr Matt, Herr Müller



