Die Geopark AG unterwegs an der Nordsee
Passend zum diesjährigen Thema „Küste“ machte sich die Geopark AG des Burghardt-Gymnasiums am Donnerstag auf den Weg nach Büsum, um die im Laufe des Schuljahres erarbeiteten Inhalte nicht nur theoretisch, sondern auch unmittelbar vor Ort zu erleben. Ziel der Exkursion war es, die Küstenlandschaft der Nordsee, das Wattenmeer und verschiedene Aspekte des Küstenschutzes aus nächster Nähe kennenzulernen und selbst wissenschaftlich tätig zu werden.
Nach einer langen Anreise, die durch Zugausfälle, Streckensperrungen und Verspätungen erschwert wurde, erreichte die Gruppe schließlich ihre Unterkunft in Büsum. Nach dem Zimmerbezug und dem Abendessen führte der erste Weg direkt auf den Deich. Bei einer steifen Nordseebrise war die anstrengende Bahnfahrt schnell vergessen – die Vorfreude auf das abwechslungsreiche Programm und die gemeinsame Zeit an der Küste überwog deutlich.
Der erste Programmpunkt am Freitag war eine Fangfahrt mit dem Krabbenkutter Hauke. Besonders eindrucksvoll waren die fachkundigen Erläuterungen der Crew, die den Fang erklärte, verschiedene Meerestiere präsentierte und diese auch zum Anfassen in Schülerhände gab. So konnten zahlreiche Arten aus nächster Nähe betrachtet werden. Für besondere Begeisterung sorgte außerdem die Sichtung zweier Schweinswale, die unmittelbar neben dem Boot auftauchten.
Nach der ereignisreichen Ausfahrt wurden die Mitglieder der AG selbst aktiv. Bereits in Buchen hatten die Schülerinnen und Schüler in Kleingruppen Interviewbögen und Kartierungskonzepte entwickelt, die nun in der Praxis erprobt wurden. Durch Befragungen und Kartierungen untersuchten sie unter anderem die touristische Nutzung der Innenstadt, des Hafens und der Familienlagune. Zum Abschluss des Tages blieb sogar noch Zeit für ein erfrischendes Bad in der Nordsee.
Am Samstag stand zunächst eine Führung durch das Aquarium auf dem Programm. Die Ausstellung führte die Gruppe auf eine Reise durch verschiedene Lebensräume der Erde – von der Nordsee bis in den Amazonas. Besonders beeindruckte die Karettschildkröte, die zu den bedrohten Arten zählt und aufgrund ihres hohen Alters werden kann. Die Führung verband geographische und biologische Inhalte und thematisierte unter anderem die Folgen des Klimawandels, die Verschmutzung der Meere und den Schutz bedrohter Tierarten.
Ein kurzer Besuch des benachbarten Hafenmuseums durfte selbstverständlich ebenfalls nicht fehlen. Anschließend blieb Zeit für einen Bummel durch die Innenstadt – inklusive eines obligatorischen Fischbrötchens – bevor sich die Gruppe erneut an der Lagune traf. Die Wartezeit bis zur Wattwanderung wurde sportlich genutzt: Beim Schwimmen oder einer Partie Volleyball war für Abwechslung gesorgt.
Am Nachmittag führte der Leiter einer Schutzstation des Nationalparks Wattenmeer die AG durch das Watt. Dabei erfuhren die Schülerinnen und Schüler Wissenswertes über die Entstehung des Wattenmeeres, seine einzigartige Flora und Fauna sowie über Maßnahmen des modernen Küstenschutzes, etwa den Bau sogenannter Klimadeiche. Besonders Mutige probierten sogar frischen Meersalat direkt aus dem Watt.
Nach dem Abendessen klang der Tag mit gemeinsamen Spielen und sportlichen Aktivitäten aus, bevor die Gruppe zu einem stimmungsvollen Nachtspaziergang auf dem Deich aufbrach. Bereits dabei kündigte sich der Wetterumschwung an, der das Programm des letzten Tages maßgeblich beeinflussen sollte.
Da es am Sonntag nahezu ununterbrochen regnete und stürmte, wurde das geplante Programm kurzerhand angepasst. Zunächst werteten die Schülerinnen und Schüler ihre Umfragen und Kartierungen aus und bereiteten die Ergebnisse in einem Theorieblock auf und vertieften ihr Wissen über die Nordsee. Anschließend bot die Phänomania Büsum mit ihren zahlreichen Experimentierstationen einen interessanten Programmpunkt. Hier konnten naturwissenschaftliche Phänomene spielerisch entdeckt und ausprobiert werden. Ein gemeinsamer Spielenachmittag rundete den wetterbedingt ruhigeren Abschlusstag ab.
Auch die Rückreise entwickelte sich durch erneute Verspätungen und Umstiege zu einer kleinen Geduldsprobe. Trotz der Herausforderungen erreichte die Geopark AG schließlich planmäßig den Bahnhof in Osterburken – im Gepäck zahlreiche neue Eindrücke, spannende Erkenntnisse und viele gemeinsame Erinnerungen an eine rundum gelungene Exkursion an die Nordsee.
https://www.bgbuchen.de/aktuelles/aktuelles/watt-meer-und-kuestenschutz.html#sigProId55b3f65ba3
Text und Bilder: Herr Müller



