Gastvortrag am Burghardt-Gymnasium Buchen beleuchtet Berufswege, nachhaltige Infrastruktur und Systemdenken
Im Rahmen der Studien- und Berufsorientierung veranstaltete das Burghardt-Gymnasium Buchen für die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 12 der Schüler-Ingenieur-Akademie (SIA) und der Indoorfarm AG eine Gastveranstaltung zu den Themen berufliche Entwicklung, Ingenieurwesen und Nachhaltigkeit. Die zweistündige Präsentation mit anschließender Diskussion widmete sich in diesem Zusammenhang vor allem der wachsenden Bedeutung von Systemdenken und der Lösung realer Herausforderungen.
Als Gastredner konnte man Herrn Sunil Ramakrishnan, den Direktor für globale Projekte bei der STRATEMA AM GmbH in Heilbronn, gewinnen, der weltweit nachhaltige Infrastrukturprojekte plant und umsetzt. Darüber hinaus ist Herr Ramakrishnan bei der UNASDG IGO als Sonderbotschafter für die Regionen Subsahara/Afrika tätig und bekleidet auch weitere internationale Funktionen. Ausgehend von persönlichen beruflichen Erfahrungen in den Bereichen Landwirtschaft, Wirtschaft, Bauwesen, Solarenergie, Hydroponik und internationale Projektentwicklung zeigte die Veranstaltung auf, dass berufliche Wege häufig durch Unsicherheit, Veränderung und unerwartete Chancen geprägt werden und nur selten einem einzigen geradlinigen Plan folgen.
Ein zentrales Thema der Veranstaltung war die Erkenntnis, dass Ingenieurwesen und Nachhaltigkeit heute nicht mehr als getrennte Themenfelder betrachtet werden können. Anhand von Beispielen aus den Bereichen erneuerbare Energien, emissionsfreie Hydroponik, digitale Monitoringsysteme, Zero-Waste-Konzepte, Ressourceneffizienz und nachhaltige Infrastruktur wurde deutlich, dass moderne Projekte zunehmend von der Integration von Energie, Wasser, Nahrungsmittelproduktion, Abfallmanagement, Daten, Logistik und lokalem wirtschaftlichem Nutzen abhängen. Dabei wurde hervorgehoben, dass nachhaltige Infrastruktur sowohl die Umweltleistung als auch die Lebensqualität der Menschen verbessern sollte.
Den Schülerinnen und Schülern wurde zudem ein breites Spektrum aktueller Projektfelder vorgestellt, darunter emissionsfreie Hydroponik, Carbon Labelling, Künstliche Intelligenz in der Landwirtschaft, digitale Systemebenen, Waste-to-Wealth-Ansätze, Elektromobilitäts-Logistik sowie weitere Zukunftsthemen.
Eine weitere wichtige Botschaft war, dass künftige Ingenieurinnen, Ingenieure und Entscheidungsträger über einzelne Technologien hinausdenken müssen. Die Präsentation von Herrn Ramakrishnan verdeutlichte, dass digitale Werkzeuge wie Künstliche Intelligenz, das Internet der Dinge (IoT), Echtzeitmonitoring, vorausschauende Wartung und datenbasierte Optimierung zunehmend unverzichtbar für Projektleistung, Transparenz und langfristige Wirkung werden. Ebenso wurde betont, dass Infrastruktur nicht nur technisch funktionieren darf, sondern auch Arbeitsplätze schaffen, lokale Beschaffung unterstützen, Kompetenzen übertragen und den Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen verbessern sollte.
Die Veranstaltung ermutigte die Schülerinnen und Schüler darüber hinaus, ihre Studien- und Berufswahl auf offene und realistische Weise zu betrachten. Anstatt eine lineare Erfolgsgeschichte zu präsentieren, griff der Vortrag von Herrn Ramakrishnan Themen wie „Career Fog“, wechselnde Entscheidungen und den Wert von Neugier auf und zeigte, wie praktische Erfahrungen Schritt für Schritt aufgebaut werden können. Die Teilnehmenden wurden dazu ermutigt, sich nicht zu früh auf starre Identitäten festzulegen, sondern sich schrittweise weiterzuentwickeln und persönliche Interessen mit Verantwortung und Sinn zu verbinden.
Eine der stärksten pädagogischen Aussagen der Veranstaltung war, dass Ingenieurwesen weit mehr umfasst als Maschinen, Bauwerke, Berechnungen und technische Zeichnungen. Ebenso wichtig sei das Verständnis dafür, wer Systeme nutzt, wer sie instand hält, wer von ihnen profitiert und ob Projekte langfristig inklusiv und nachhaltig angelegt sind. Die Präsentation beschrieb das Ingenieurwesen der Zukunft als die Fähigkeit, Disziplinen, Technologien, Umweltbedingungen und menschliche Bedürfnisse miteinander zu verbinden.
Durch die Verknüpfung persönlicher Erfahrungen mit globalen Themen wie erneuerbarer Energie, Ernährungssicherheit, zirkulären Ressourcensystemen und nachhaltiger Entwicklung bot die Veranstaltung den Schülerinnen und Schülern eine zugängliche und praxisnahe Perspektive darauf, wie sich berufliche Wege über Branchen und Länder hinweg entwickeln können. Gleichzeitig wurde deutlich, wie eng technisches Wissen, interdisziplinäres Denken und gesellschaftliche Verantwortung im modernen Berufsleben miteinander verbunden sind.
Darüber hinaus griff die Veranstaltung grundlegende persönliche und berufliche Aspekte auf, die beim Übergang ins Erwachsenenleben und bei der Berufswahl zunehmend an Bedeutung gewinnen. Die Schülerinnen und Schüler wurden ermutigt zu erkennen, dass sich jeder Lebensweg in seinem eigenen Tempo und in unterschiedlicher Richtung entwickelt und dass persönliches Wachstum keinem einheitlichen Muster folgt. Neben Fragen zu Studium und Karriere hob der Vortrag die Bedeutung von Glück, Freundschaften, einer positiven Haltung, dem Lernen aus Fehlern und dem Aufbau von Selbstvertrauen durch kleine, konsequente Fortschritte hervor. Erwähnt wurden außerdem drei empfohlene Bücher zu den Themen Geld, Denkweise und Gewohnheiten sowie der mögliche Nutzen psychometrischer Tests zur beruflichen Orientierung, Meditation zur Förderung mentaler Ausgeglichenheit und Gesundheit als zentrale Grundlage für langfristigen Erfolg und Lebensqualität. Eine abschließende Botschaft von Herrn Ramakrishnan an die Schülerinnen und Schüler lautete, dass wichtige Lebensentscheidungen nicht allein auf äußeren Erwartungen beruhen sollten, sondern ebenso auf persönlicher Überzeugung und einem authentischen inneren Gefühl für die richtige Richtung. Die Schülerinnen und Schülern sollten sich zukünftig immer über den regulären Unterricht hinaus mit realen Perspektiven und aktuellen Fragestellungen auseinandersetzen und sich mit gegenwärtigen Themen rund um Technologie, Nachhaltigkeit, Infrastruktur und internationale Entwicklung konfrontieren.
Text und Bild: Herr Haas



