„Arbeit macht frei“, aber was steckt dahinter?
Das erfuhren wir bei unserem Trip nach Dachau. Am 08.10.26-09.10.26 verbrachte die 13. Stufe des BGB Zeit in München bzw in Dachau. Nachdem wir um 7:00 Uhr den Weg nach München angetreten haben, erreichten wir unser erstes Hauptziel, die KZ Gedenkstätte Dachaus, gegen 12:00 Uhr. Kurz darauf teilten wir uns in 3 Gruppen ein und wenige Zeit später begann unsere Führung durch das KZ.
Nach ein paar grundlegenden Informationen der Guides ging es auch schon In das KZ hinein. Der erste prägende Moment erlebten wir, als wir den ersten Schritt durch das originalerhaltene Haupttor mit der Aufschrift „Arbeit mach frei“ machten. Die ersten Blicke auf den großen Appellplatz bereiteten vielen von uns Gänsehaut. Daraufhin besuchten wir das ebenfalls originalerhaltene Wirtschaftshaus und erhielten einen direkten Einblick in die damalige Zeit. Außerdem besichtigten wir die erhaltenen Zellen, darunter auch die Zelle von Georg Elsner. Nach einem kurzen Blick auf das Mahnmal im Zentrum des KZ, ging es auch schon in die nachgebauten Baracken. Dort bekamen wir einen direkten Einblick in die grausamen Lebensumstände der Inhaftierten und waren überwältigt. Der Fakt, dass in einer Baracke über 100 Insassen Leben mussten, schockierte uns sehr. Unsere Gruppenanzahl betrug ca 25 Personen und der Raum war nahezu voll. Man konnte sich räumlich vorstellen, welch ein Leid dort stattgefunden haben muss. Nach diesem erschreckenden Moment, liefen wir den Originalweg der Baracken ab, für den die Insassen damals nur 5 min Zeit hatten. Als letzten Punkt der Besichtigung, wurden wir zu einem Ort des Schreckens geführt: Das Krematorium. Auch dieses ist noch in einem Originalzustand vorzufinden.
Die Atmosphäre im Krematorium war sehr bedrückend. Viele von uns waren emotional bewegt und mussten erst einmal die Eindrücke auf sich wirken lassen. Es war schwer zu begreifen, welches Leid an diesem Ort stattgefunden hatte. Besonders die Vorstellung, dass hier unzählige Menschen auf grausame Weise ermordet wurden, machte diesen Teil der Führung sehr erschütternd.
Im Anschluss daran neigte sich unsere Führung dem Ende zu. Unsere Guides gaben uns noch einige abschließende Gedanken mit auf den Weg. Dabei betonten sie, dass wir alle eine Verantwortung tragen, dafür zu sorgen, dass sich solche Verbrechen niemals wiederholen. Wir dürften nicht vergessen, was damals geschehen ist, sondern müssten aus der Geschichte lernen und uns gegen Hass, Ausgrenzung und Diskriminierung einsetzen.
Insgesamt war der Besuch der KZ-Gedenkstätte Dachau für uns ein sehr prägendes Erlebnis. Durch die Führung konnten wir die Geschichte nicht nur aus dem Unterricht kennenlernen, sondern sie an einem historischen Ort unmittelbar erleben. Viele der Eindrücke werden uns sicherlich noch lange in Erinnerung bleiben. Gleichzeitig wurde uns bewusst, wie wichtig es ist, sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen und Verantwortung für die Zukunft zu übernehmen.
Nach diesem emotionalen Nachmittag machten wir uns auf den Weg zum A&O Hostel in München, in dem wir die Nacht verbrachten. Nachdem wir unsere Zimmer bezogen hatten, ließen wir den Abend mit netten Gesprächen und ein paar Spielen gemeinsam als Stufe ausklingen.
Am nächsten Morgen stand ein weiterer Programmpunkt auf unserem Plan: der Besuch einer NS-Dokumentation in München. Dort erhielten wir viele weitere Informationen über die Zeit des Nationalsozialismus. Dabei wurde deutlich, welche politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen den Aufstieg der Nationalsozialisten begünstigten und wie die Demokratie zunehmend zerstört wurde.
Die Führung war interaktiv gestaltet, sodass wir nicht nur zuhören, sondern auch selbst Aufgaben bearbeiten und unser Wissen einbringen mussten. Dadurch konnten wir uns intensiver mit den historischen Ereignissen auseinandersetzen und die Zusammenhänge besser verstehen. Wir wurden in zwei Gruppen aufgeteilt: Während eine Gruppe an der Führung teilnahm, hatte die andere Freizeit in München. Anschließend wurde gewechselt, sodass beide Gruppen sowohl die Dokumentation besuchen als auch die Stadt erkunden konnten.
Gegen 16 Uhr traten wir schließlich die Rückfahrt nach Buchen an. Hinter uns lagen zwei ereignisreiche Tage, an denen wir viel Neues gelernt und uns intensiv mit einem der dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte auseinandergesetzt hatten.
Besonders das Zitat „Arbeit macht frei“, was schon zu Beginn des Artikels erwähnt wurde und uns bereits zu Beginn unseres Besuchs am Eingangstor der KZ-Gedenkstätte begegnet ist, bekam im Laufe der Führung eine ganz andere Bedeutung. Was zunächst wie ein Versprechen auf Freiheit durch Arbeit wirken könnte, war in Wirklichkeit ein menschenverachtender Spruch, der die grausame Realität des Konzentrationslagers verschleierte. Die Menschen, die durch dieses Tor gingen, fanden dort keine Freiheit, sondern waren Gewalt, Unterdrückung und unvorstellbarem Leid ausgesetzt.
Der Ausflug nach Dachau und München war deshalb weit mehr als eine gewöhnliche Exkursion. Die uns, die Geschichte auf eine Weise zu erleben, die kein Schulbuch allein vermitteln kann. Die Eindrücke aus der Gedenkstätte, die Informationen aus der Dokumentation und die gemeinsamen Erlebnisse werden uns sicherlich noch lange begleiten. Vor allem aber hat uns der Ausflug gezeigt, wie wichtig es ist, die Vergangenheit nicht zu vergessen, aus ihr zu lernen und dafür einzustehen, dass sich solche Verbrechen niemals wiederholen.
Einen besonderen Dank gilt dem Verein der Freunde, der die Geschichtsexkursion auch in diesem Jahr unterstützte.
https://www.bgbuchen.de/aktuelles/aktuelles/geschichtsexkursion-kz-gedenkstaette-dachau.html#sigProIdf52595a129
Text: Jada, Malin, Anne, Laura, Luisa
Bilder: Herr Demel



