Zu Besuch im Kloster Maulbronn
„Was stellen wir uns unter einem Leben hinter Klostermauern vor? Glaubt ihr, dass die Mönche ohne Handy und Internet trotzdem alles von der Außenwelt mitbekommen? Würdet ihr euch trauen, einen Tag lang wie ein richtiger Mönch zu leben?“ Auf dem Weg zum Kloster Maulbronn, das zum UNESCO Weltkulturerbe gehört, machten wir, die 8. Jahrgangsstufe mit unseren Religions- und Ethiklehrern, uns schon jede Menge Gedanken.
Nach einer langen Busfahrt kamen wir endlich am Kloster an. Dort starteten wir erst einmal ganz entspannt mit einem kurzen Film. In einem kleinen Raum bekamen wir einen kurzen Einblick über die Geschichte der Zisterzienser, einem katholischen Mönchsorden. Es war echt spannend zu sehen, wie sie aus einem einsamen Tal vor hunderten von Jahren so eine riesige Anlage erbaut hatten. Besonders beeindruckend war die Vorstellung, dass die Mönche damals fast alles selber gemacht haben – von der Landwirtschaft bis zum Bau der riesigen Kirche. Danach ging es erst richtig los. Wir wurden in mehrere Gruppen eingeteilt.
Zuerst wurden wir durch den berühmten Kreuzgang geführt, einen überdachten Säulengang, der die verschiedenen Teile des Klosters miteinander verbindet. Danach sahen wir einen Brunnen, aus dem das Wasser wie vor hunderten von Jahren herausplätscherte. Unsere Gruppenführerin erklärte uns, dass die Mönche hier im Kloster nicht nur gebetet haben, sondern dass es wie eine kleine Stadt war mit Werkstätten, Wohnbereichen und sogar einer Schule. Das Internat gibt es sogar heute noch, man kann es ab der 9. Klasse besuchen. Außerdem lernten wir, dass die Zisterzienser nach der Regel „ora et labora“ lebten, was soviel heißt wie „bete und arbeite.“ Wenn man die Säulen, die kunstvollen Fenster mit den feinen Verzierungen und die hohen Decken sieht, merkt man, wie viel Arbeit und handwerkliches Geschick dahintersteckt. Ohne moderne Maschinen wie Bagger oder Kräne, die uns heutzutage helfen, ist das für uns kaum vorstellbar. Die Mönche waren damals schon echte Technikexperten. Sie entwickelten zum Beispiel Bewässerungssysteme für ihre Felder oder nutzten die Wasserkraft, um das Getreide zu mahlen. Das zeigt, dass die Mönche sehr erfinderisch waren und dass der Fortschritt und der Glaube schon zusammengehörten.
Zum Abschluss durften wir selbst aktiv werden. In einem Workshop konnten wir ausprobieren, wie sich der Alltag im Kloster angefühlt haben muss. Man konnte selber Seife herstellen, eigene Lederbeutel machen oder seinen eigenen Korb flechten. Wir merkten schnell, dass man früher viel Geduld und Geschick haben musste. Es war eine tolle und lehrreiche Abwechslung zum Unterricht, die uns auch gezeigt hat, wie mühsam die Dinge früher waren. Am Ende des Tages waren wir uns alle einig, ein Leben im Kloster ohne Smartphone ist zwar schwer vorstellbar, aber die Ruhe, die Abgeschiedenheit von der Außenwelt und die unglaubliche Architektur in Maulbronn haben uns echt beeindruckt. Nach diesem kurzweiligen Tag mit viel Spaß traten wir unsere Heimreise an.
https://www.bgbuchen.de/aktuelles/aktuelles/leben-hinter-klostermauern.html#sigProId11fd23880d
Text: Milena, Leni, Marie und Finja
Bilder: Frau Kögel, Frau Göhrig-Müller, Frau Walz, Herr Schrott



